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Von der Ernte bis zum fertigen Holundersaft - hier wird alles genau beschrieben:

 

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reifer Holunder


 

 

 

Orsay - The Feminine Style

Holunder-Saft

Ich habe die letzten schönen Tage erwischt und mich vorgestern mit Trittleiter, Wanne, Eimer und einer Rosenschere auf in die Hecken gemacht.
Am Wochenende waren schon die Leute ohne Leiter zur Leese da, doch die besten Beeren hingen noch oben im Geäst und waren für mich von der Leiter ohne die Büsche zu beschädigen erreichbar.
Ich schneide immer ganze Dolden, direkt am Beginn der Verästelung zu den Beeren, und kürze sie vor dem Kochen nur leicht ein.
Angeblich kommt aus den Stengelchen noch ein Wirkstoff in den Saft, der bei Erkältungskrankheiten zusätzlich wirkt.
Ob das stimmt, kann ich nicht bestätigen, ich habe aber einmal die vielen kleinen Beeren vor dem Kochen mit einer Gabel von den Stengeln gekämmt. Eine wahrhaftige Sauerei, alles war voller Saft und es hat auch ewig lange gedauert, bis ich mit der Aktion fertig war.
Mit meiner Ausbeute habe ich dann einen klassischen Entsafter - eine Leihgabe meiner Mutter - gefüllt und wie früher auf dem Herd entsaftet.
Es ist einer jener Entsafter vom Typ Espressokocher, nur viel größer.
Unten kommt Wasser hinein, oben die Beeren. In der Mitte kommt dann der heiße Saft aus einem Schlauch.
Eine Wanne Dolden ergibt ca. zwei Ladungen für den Entsafter und als Endprodukt je nach Beerengröße und Wassermenge ca. 4 - 5 Liter Saft.
Diesen Saft fange ich in einem Topf auf, gebe Zuker zum Süßen und konservieren hinzu und erhitze alles nochmals.
Die Zuckermenge kann ich nicht genau angeben, bei mir wird aus der Hüfte gewürzt.
Ich probiere halt und entscheide nach Geschmack - wie es schmecken soll, weiß ich ja von früheren Jahrgängen.
Den Saft fülle ich dann - und das ist wichtig - heiß in alte, aber frisch gewaschenene Mayonnaisegläser oder kleine Flaschen.
Da es sich um Konzentrat handelt, sind kleine Gläser besser. Ab 250 mL bleibt bei uns fast immer ein Rest, der sich im Kühlschrank noch einige Tage hält.
Aus dem Saft läßt sich auch ein prima Gelee machen.
Gewürzt mit etwas Zitrone ist es vielfältig verwendbar (z.B. als Belag für einen Pfannekuchen).

Noch nicht ausprobiert, aber davon gelesen:

Statt den heißen Saft einzukochen soll man/frau ihn auch einfrieren können.
Dann kann der Zucker entfallen.
Ob er dann getrunken oder später zu Gelee verarbeitet wird, kann nach Bedarf entschieden werden.

Soviel zur Saftgewinnung.

Singvogel am 04.10.06

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