Die Überschrift im fröhlichen Blümchenlook, stößt mir selber übel auf, aber ich denke,
eine Seite über Fehlgeburten gehört einfach dazu, wenn man Infos rund um Schwangerschaften,
Geburten und Kinder anbietet.
Diese Seite soll keine Schwangere verunsichern, sondern eher Betroffene informieren,
beruhigen und trösten. Jede 5. Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt - wer eine
erlebt hat, ist nicht allein, ist nicht schuld und sollte seinen Kinderwunsch nicht
begraben.
Was ist eine Fehlgeburt?
Eine Schwangerschaft, ohne Geburt.
Bei Fehlgeburten zu Anfang der Schwangerschaft, sprechen die
Fachleute von
einem
Abgang, als wäre dies ein Trost. Einer Frau, die sich auf eine Schwangerschaft
eingestellt hat, fehlt die Geburt und man sollte das Ereignis nicht herabspielen, da
dies kein Trost ist.
Wie kommt es zu einer Fehlgeburt?
Untersucht werden die Gründe eines Aborts eigentlich erst nach dem dritten Mal
- Chromosomenstörung
eine fehlerhafte Anlage der befruchteten Eizelle - der Embryo ist nicht überlebensfähig
- Gebärmutterfehlbildungen
bei wiederholten Fehlgeburten liegt der Verdacht nahe, daß die Gebärmutter Fehlbildungen
aufweist. Dann kann operiert werden.
- Gelbkörperhormon-Schwäche
Wenn vom Körper nicht ausreichend Gelbkörperhormone gebildet werden, kann sich die
Gebärmutterschleimhaut nicht richtig entwickeln und die Frucht nicht halten.
Eine Gelbkörperhormonschwäche kann per Blutuntersuchung festgestelltund im Vorfeld
der Befruchtung behandelt werden.
- Gestose als Ursache
Die EPH-Gestose ist bis zu 50 % verantwortlich für Frühgeburten.
Von der EPH-Gestose (früher auch Prä-Eklampsie/ pre-eclampsia oder "Schwangerschaftsvergiftung"
genannt) sind ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Schwangerschaften betroffen. Es gibt keine einzelne
Ursachen für diese Erkrankung, sie wird z.B. nicht durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Es gibt aber viele
Hinweise darauf, daß die klassische Gestose mit den Symptomen Wassereinlagerungen in den Beinen und
Händen (Ödeme), erhöhtem Blutdruck und Eiweiß im Urin durch akuten Nährstoffmangel entsteht. Deswegen
wird sie auch zunehmend "Stoffwechselstörung der Spätschwangerschaft" genannt.
Link zu den Gestose-Frauen
- Immunschwächen
können auch im Vorfeld der Schwangerschaft behandelt werden
- eine Vireninfektion
gegen manche, zum Beispiel die besonders gefährlichen Rötel-Viren, kann man sich impfen lassen
Wie häufig sind Fehlgeburten?
Jede 5. Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt - oft noch, bevor eine Frau
überhaupt weiß, daß sie schwanger war.
Wann kann man es wieder wagen?
Das kommt auf die Frau an und ihre Art, das Ereignis zu verarbeiten. Einige wollen
so schnell wie möglich wieder schwanger sein, um das Geschehene zu verdrängen,
andere brauchen Monate oder Jahre, bevor sie sich wieder trauen.
Wie lange Frauen brauchen, eine Fehlgeburt zu verarbeiten, hängt nicht mit der
Dauer der Schwangerschaft zusammen, sondern damit, wie sehr sie sich schon auf das
Kind eingestellt hatte. Viele Frauen sehen sich schon als Mutter, sobald der
Schwangerschaftstest poitiv ist, andere erst, wenn der Bauch immer deutlicher wird.
Frauen mit starkem Kinderwunsch haben bereits Trauer- und Verlustgefühle, wenn die
monatliche Regelblutung einsetzt, statt wie erhofft auszubleiben und können sich
vermutlich die Gefühle einer Frau ausmalen, deren Schwangerschaft nicht zu dem
Wunschbaby führte.
Trost spenden kann man am besten, indem man zuhört und Mut macht, nicht indem man
das Ereignis herabspielt. Das einfühlloseste Beispiel, was ich kenne, war der
"Dann-doch-nicht-Vater", der von einem "Zellklumpen" sprach.
Hilfe nach einer Fehlgeburt
Das Erlebnis einer Fehlgeburt führt bei vielen Frauen zu Schuldgefühlen, als hätten
sie persönlich versagt. Statt Selbstmitleid, Selbstvorwürfe. Eine Bekannte erlitt eine
Fehlgeburt, nachdem sie einen Sack Katzenstreu ins Auto lud. Jedenfalls machte sie
lange diese Handlung dafür verantwortlich und war tatsächlich erleichtert, als eine
befreundete Krankenschwester ihr sagte, daß sie das Kind vermutlich auch beim
nächsten kräftigen Niesen verloren haben könnte, da die Schwangerschaft einfach sehr
instabil war.
Über die Hälfte der frühen Aborte beruht nach Wissen der Ärzte auf fehlerhaften
Fruchtanlagen. So ist es eine für den Körper
sinnvolle Reaktion, diesen
fehlgebildeten Embryo nicht weiterwachsen zu lassen, sondern abzustossen.
Dieses Wissen ist einerseits der Grund, weshalb erst nach der dritten Fehlgeburt
nach den Ursachen geforscht wird - und dieses Wissen sollte auch die Frau beruhigen,
daß bei ihr alles in Ordnung ist und sie keine Schuld trägt.
Ihr Körper
spart seine Kraft für eine sinnvolle Schwangerschaft auf.
Wer eine Fehlgeburt nicht alleine verarbeiten kann oder möchte, kann hier Hilfe suchen:
Regenbogen-glücklose Schwangerschaften
Deutschland
Hauptgeschäftsstelle
In der Schweiz 9
72636 Frickenhausen
E-Mail: MS@initiative-regenbogen.de
Österreich
Ulrike Kern
Zirkusgasse 28/9
1020 Wien
weitere Links:
Thema: Fehlgeburten
Thema: Frühgeburten
Rechtliches
ein schwacher Trost...
Erleidet eine schwangere Frau aufgrund einer - von
einem anderen Verkehtsteilnehmer verkehrswidrig
erzwungenen - plötzlichen Bremsung am folgenden
Tag eine Fehlgeburt, so genügt für die Feststellung,
ob die Fehlgeburt durch die Vollbremsung
verursacht wurde, die (gesteigerte)
Wahrscheinlichkeit.
Diese liegt vor, wenn die Schwangere mit voller
Wucht in den Sicherheitsgurt geworfen wurde und
in der folgenden Nacht starke Blutungen eintraten.
Die Schwangere hat dann einen Anspruch auf
Schmerzensgeld.
Quelle