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Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Emons Verlag (22. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954519704
ISBN-13: 978-3954519705
mehr von Heike Denzau
Amazon blendet leider gelegentlich auch "sonstwas" mit ein ...
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Dunkle Marsch von Heike Denzau
Vorneweg:
Nein, es müsste nicht "dunkler Marsch" heißen, denn es geht hier nicht um einen Gang, sondern eine Landschaft.
Hier oben im Norden unterscheidet man Marsch und Geest.
Also - Marschland.
Wer in Norddeutschland unterwegs ist und endlose, platte Felder vor sich sieht:
das ist dann die Marsch - und wer mal über so eine Wiese rennen möchte, steckt im nächsten Moment gern bis zum Knöchel im
Schlamm, denn wir sind hier dem Grundwasser doch immer recht nahe und so sind unsere Wiesen und Äcker eben sehr "saftig".
Aber all das kommt in Heike Denzaus Kriminalroman nicht weiter vor - war nur ein wenig Rand-Info für Euch
In unserem "Käseblättchen" wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es einen neuen Roman von Heike Denzau gibt,
der in Itzehoe spielt.
Da das für mich "um die Ecke ist", wurde ich neugierig und ich wurde von dem Krimi auch nicht enttäuscht.
Beim Lesen stellte ich fest, dass "Dunkle Marsch" zu einer Reihe um die Oberkommissarin Lyn Harms gehört.
Man kann das Buch problemlos lesen ohne die Vorgänger zu kennen - es macht aber neugierig auf mehr.
Es gibt 4 Vorgänger:
- Die Tote am Deich
- Marschfeuer
- Tod in Wacken
- Schwarze Elbe
Von der Handlung möchte ich nicht zuviel verraten.
Heike Denzau schreibt sehr flüssig und trägt auch nicht zu arg auf, was jetzt das Regionale angeht.
Bei vielen Provinzkrimis nervt es einen ja in Grund und Boden, dass Täter, Opfer und Ermittler ununterbrochen Regionaltypisches
tun, aber hier werden weder ununterbrochen Fischbrötchen gegessen, noch Leute dauernd mit "Moin!" gegrüßt.
Ok, es hebt sich mal eine Brücke um ein Schiff durchzulassen, aber ansonsten bleibt der Norden angenehm im Hintergrund und
lässt Raum für zwei ineinander verwobene Geschichten.
Während im Hier und Jetzt ein Journalist ermordet wurde, erzählen Tagebuchschnipsel noch eine Geschichte über das
Schicksal eines Mädchens mit Down Syndrom in der Nazizeit.
Das Buch ist wie der Norden selbst:
ein Meister der Grautöne - nichts ist hier wirklich schwarz oder weiß
auf wunderbar unaufgeregte Art packend
... und plötzlich ist man süchtig
Ich bin voll der Bewunderung, wie Frau Denzau hier zig Themen auf einen Rutsch reingepackt hat, ohne dass das Buch je
reißerisch daher kommt - Nazi-Deutschland, Behinderungen, Homosexualität, Pädophilie ... und nie hat man das Gefühl, "das ist jetzt
aber wirklich zu gewollt!"
klitzekleine Leseproben
"Ein Arzt!" Amon nickte heftig. "Ich rufe Hilfe, Gero. Bleib ruhig. Du hast vielleicht einen Herzinfarkt.
Bleib ... bleib ruhig."
Schreiend wehrte Gero Amons Hand ab, die beruhigend über seinen Arm strich. Er hatte das Gefühl, zu platzen: vor Schmerz,
vor Erregung. Und vor Angst.
Todesangst. ...
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Klappentext:
Journalist Gero Schlüter recherchiert für eine Reportage auf dem Gut der einflussreichen Itzehoer Familie Wenckenberg -
kurze Zeit später wird er vergiftet. Hatte ein Familienmitglied Grund, ihn zu töten?
Welche Rolle spielt Anette, die junge Frau mit dem Down-Syndrom?
Lyn Harms bringt nicht nur wohlgehütete dunkle Geheimnisse, sondern weitere ungeheuerliche Verbrechen ans Licht ...
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