- Allgemeines
Die Erbse
Geliebt, beliebt, rund und gesund
(aid) - Die Erbse muss sprachlich oft für knauserige Zeitgenossen, die Erbsenzähler, herhalten und steht literarisch im Verdacht bei Prinzessinnen Schlafprobleme zu verursachen. Dennoch, die Erbse ist und bleibt eine der beliebtesten Hülsenfrüchte der Deutschen.
Die vor Jahrtausenden aus China über das Mittelmeer eingewanderte Erbse (Pisum sativum) ist aus der heimischen Küche kaum wegzudenken. Es gibt sie als Schalenerbsen, die ohne die umgebende Hülse gegessen werden und mit Hülse als Zuckererbsen oder -schoten. Bei den Schalenerbsen sind vor allem zwei Sorten von Bedeutung: Die Palerbsen werden getrocknet im Handel angeboten und eignen sich perfekt für einen Eintopf nach großmütterlicher Art. Sie enthalten viel Stärke und schmecken mehlig. Markerbsen sind dagegen süßer und zarter. Sie findet man vor allem in Form von Dosen- oder Tiefkühlware. Den höchsten Zuckergehalt haben jedoch Zuckerschoten. Sie schmecken ihrem Namen gerecht werdend besonders süß und sind bei Wokgerichten sehr beliebt.
Frische Erbsen findet man zwar vereinzelt auf Wochenmärkten und in Supermärkten, spielen aber wirtschaftlich so gut wie keine Rolle. Vor allem wegen ihrer schlechten Lagereigenschaften. Sie sollten nämlich in ein bis zwei Tagen verbraucht werden, da sie sehr schnell ihr Aroma verlieren. Sehr beliebt ist jedoch der eigene Anbau im Garten. Nach der Ernte lassen sie sich hervorragend einfrieren. Erst Putzen, Waschen und fünf Minuten Blanchieren, dann mit kaltem Wasser abschrecken und abkühlen lassen. Verpackt halten sie sich bis zu zwölf Monaten in der Gefriertruhe.
Getrocknete Erbsen bewahrt man nach dem Kauf am besten in der Originalverpackung oder in einem verschlossen Behälter kühl, trocken und lichtgeschützt auf und sind über ein Jahr haltbar. Gegart halten sie sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage, tiefgefroren bis zu drei Monate.
Die Erbse überzeugt auch durch ihre Nährwerteigenschaften. Als eines der eiweißreichsten pflanzlichen Lebensmittel leistet sie einen wichtigen Beitrag für den Aufbau von Körpersubstanz. Der Kohlenhydratanteil von 41 Prozent, vor allem in Form von Stärke, sorgt zusammen mit den enthaltenen Ballaststoffen für einen konstant anhaltenden Blutzuckerspiegel und eine gut funktionierende Verdauung. Erbsen sind auch reich an B-Vitaminen für die Zellentwicklung und Nervenweiterleitung. Außerdem finden sich in ihr Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium für Muskeln und Nerven, Eisen und Zink für die Immunabwehr.
Vielseitigkeit, Geschmack und Nährwert sind möglicherweise also die Gründe, warum die Erbse immer wieder auf unserem Teller landet. Aber vielleicht sind es auch die Kindheitserinnerungen an Großmutters Eintopf.
aid, Andrea Kornblum
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- Die Kichererbse
Ein Hauch von Orient
(aid) - Ein Blick auf die Speisekarte beim Türken oder Inder um die Ecke zeigt es:
Kichererbsen sind ein fester Bestandteil der Speisen im Nahen und Mittleren Osten.
Aber auch aus deutschen Küchen dringen zunehmend orientalische Gerüche.
Ursprünglich stammt die Kichererbse aus Vorderasien wo sie schon vor 8000 Jahren verzehrt wurde.
In der Antike gelangte sie nach Nordafrika und Indien und die Römer nahmen sie dann aus Pompeji mit, um sie schließlich auch im
Mittelmeerraum zu beheimaten. Daher stammt das Wort "Kicher" auch vom lateinischen Begriff für Erbse: cicer (sprich: kiker).
Daraus wurde im Althochdeutschen dann "Kihhira" und schließlich ihr heutiger Vorname "Kicher".
Die Kichererbse ist somit streng genommen eine Erbseerbse.
Immer noch wird sie vor allem in ihren Ursprungsländern, aber auch in Mexiko und im Mittelmeerraum angebaut. Dort ist sie
Grundlage für die bekannten Falafel-Bällchen in der Türkei, für viele Couscous-Gerichte im Arabischen Raum und dem Hummus im
Nahen Osten.
Ihre Verbreitung auf der ganzen Welt verdankt die Kichererbse ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche.
Und zwar zu Recht, denn sie ist ein wahres Multitalent.
Ihr nussiges Aroma passt nämlich zu Eintöpfen, als Beilage zu Fleisch und Salaten, zu Reisgerichten als Fleischersatz oder als Püree.
Sie wird zu Brotaufstrichen oder Dips verarbeitet und sogar für süße Backwaren verwendet.
Für das heimische Kochvergnügen hat man die Wahl zwischen der größeren, rundlich, beige-gelben Kichererbse aus dem
Mittelmeerraum und Lateinamerika oder der kleinen, kantigen, farbigen Sorte aus Indien. Die getrockneten Kichererbsen müssen
jedoch vor dem Garen mindestens zwölf Stunden, am besten über Nacht in Wasser einweichen. Die oben schwimmenden Erbsen
sollten dabei aussortiert und weggeworfen werden, denn diese quellen nicht im Wasser und bleiben auch beim Kochen hart.
Für ganz Eilige gibt es im Handel auch vorgegarte Dosenerbsen. Diese müssen nur noch kurz mitgekocht werden. Und selbst nach
längeren Garzeiten behält die Kichererbse dann ihre Form und bleibt fest.
Aber auch das Kichererbsenmehl ist nahezu überall einsetzbar. Es kann zum Beispiel die Basis von aromatischen Pfannkuchen sein,
als Grundlage von Saucen genutzt werden oder für einen Pizzateig herhalten.
Die Kichererbse eignet sich auch gut zum Rösten in der Pfanne. Die Griechen knabbern sie wie Nüsse zum Ouzo.
Und nun noch eine gute Nachricht für Magenempfindliche:
die Kichererbse hat das geringste Blähpotenzial unter den Hülsenfrüchten. Und auch sonst können sich ihre Inhaltsstoffe sehen lassen.
Sie enthält Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium und reichlich an den Spurenelementen von Eisen, Kupfer und
Zink. Aber vor allem die B-Vitamine sowie die essenziellen, also für den Körper unentbehrlichen Aminosäuren Arginin, Leucin und Lysin
machen sie so wertvoll. Außerdem sorgt die Kichererbse mit fast 20 Prozent Eiweiß und über 40 Prozent insbesondere
langkettiger Kohlenhydrate für eine lang anhaltende Sättigung.
Und mit nur 150 g Kichererbsen deckt man sogar die Empfehlung der täglichen Zufuhr an Ballaststoffen.
aid, Andrea Kornblum
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