DKMS - Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbH
 
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Zwei Empfänger

Frau H., 26 Jahre alt, erkrankte im Mai 1989 während der Schwangerschaft an Leukämie. Bei einer Blutuntersuchung vor der Entbindung wurde festgestellt, daß "mit dem Blut etwas nicht in Ordnung ist". Drei Tage nach der Entbindung wurde die Diagnose einer chronisch myeloischen Leukämie gestellt. Frau H. erfuhr, daß diese Form der Leukämie nur durch eine Knochenmarktransplantation geheilt werden kann. Sie hoffte, unter ihren fünf Geschwistern einen passenden Spender zu finden. Bald stand jedoch fest, daß keines der Geschwister mit ihren Gewebemerkmalen übereinstimmte. Die Suche nach einem nichtverwandten Spender wurde eingeleitet. Ein Ergebnis der Suche wurde frühestens in einem halben Jahr erwartet. Aber Frau H. hatte großes Glück, denn nach sechs Wochen waren zwei geeignete Spender in Frankreich und Großbritannien gefunden. Nach ausführlichen Voruntersuchungen wurde die Transplantation im November 1990 durchgeführt. "Ich war nun froh, daß es losgeht", sagt Frau H. Nach einer hochdosierten Chemo- und Strahlentherapie wurden ihr Knochenmarkzellen von einem der Spender übertragen. Es folgte die Angst, ob das Knochenmark anwächst. Unterstützung erhielt sie in dieser Zeit durch ihren Mann, der sie täglich besuchte. Das Knochenmark des Spenders wurde von ihrem Körper angenommen, und die weitere Genesung von Frau H. war bis auf eine Schleimhautentzündung erfreulich komplikationslos. 50 Tage nach der Transplantation konnte die Patientin das Krankenhaus verlassen. "Ich brauche heute etwas mehr Zeit für die Dinge des Lebens, aber es geht mir wunderbar. Es ist schon ein komisches Gefühl, mit fremden Knochenmark zu leben", sagt Frau H. ein halbes Jahr nach der Transplantation. Sie weiß, daß die Angst vor einem Rückfall der Erkrankung noch Jahre andauern kann.

Herr U., 30 Jahre alt, bemerkte im April 1985, daß seine sportliche Leistungsfähigkeit abnahm. Nach einer Erkältung wurde eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei ergab sich der Verdacht auf eine chronisch myeloische Leukämie, die sich zwei Tage später durch eine Knochenmarkpunktion bestätigte. Diese Art der Leukämie ist nur durch eine Knochenmarktransplantation heilbar. Da Herr U. keine Geschwister hat, wurde die Suche nach einem nichtverwandten Spender eingeleitet. Der Patient selbst schrieb Blutbanken an, "um möglicherweise schneller jemanden zu finden". Mittlerweile wurde eine medikamentöse Behandlung des Patienten begonnen. Im Dezember 1986 kam es zu einer raschen Verschlechterung der Erkrankung, die ohne Knochenmarktransplantation innerhalb von wenigen Monaten tödlich verlaufen kann. "Jetzt war klar, wir rennen gegen die Zeit", bemerkt Herr U. Eine intensive Behandlung der Leukämie wurde durchgeführt. Dabei konnten die Leukämiezellen zunächst wieder zurückgedrängt werden. Schließlich wurden im Mai 1987 zwei gewebeidentische Spender gefunden. "Es war ein neuer Lichtblick - ein erstes Glücksgefühl". Die Transplantation wurde im Juli des Jahres vorgenommen. "Ich war optimistisch eingestellt", sagt Herr U. Die Strahlen- und Chemotherapie vor der Knochenmarktransplantation beanspruchte den Patienten stark. Nach dem raschen Anwachsen des Knochenmarks trat eine schwere Hautentzündung auf, augelöst durch das neue Immunsystem. Diese Erscheinung konnte durch Medikamente gut behandelt werden. Vier Wochen nach der Übertragung des Knochenmarks verließ Herr U. die Isolierstation, nach weiteren zwei Monaten das Krankenhaus. Fünf Monate später nahm Herr U. wieder seine Arbeit auf. "Ich fühle mich körperlich fit und belastungsfähig", sagt der Patient heute. "Der Dank gegenüber meinem Spender ist für mich in Worten und Taten nicht faßbar. Die Angst vor dem Rückfall der Erkrankung besteht noch für mich, aber jeder Tag, den ich länger lebe, ist ein Gewinn".

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