Zwei Spender
Frau C. ist 23 Jahre alt und regelmäßige Blutspenderin. Im letzten Jahr ließ sie Blut untersuchen, um Knochenmarkspenderin zu werden.
Besonders motiviert ist Frau C. durch den Fall eines Bekannten, der an Leukämie verstarb. "Überrascht und etwas aufgeregt" sei sie
gewesen, als sie schon ein halbes Jahr später wegen zusätzlicher Blutuntersuchungen angeschrieben wurde.
Der Anlaß war die Suche nach einem Knochenmarkspender für eine an Leukämie erkrankte Patientin. In den Untersuchungen
zeigten sich aber geringe Unterschieden in den Gewebemerkmalen zwischen Frau C. und der Patientin. Die fieberhafte Suche nach
einem Knochenmarkspender für die Patientin ging weiter. Letztendlich fand sich niemand, der in den Gewebemerkmalen des Knochenmarks
besser als Frau C. mit der Patientin übereinstimmte. So erhielt sie sechs Monate später eine Anfrage, ob sie immer noch zu einer
Knochenmarkspende bereit sei. Obwohl sie sich in einer Prüfungsvorbereitung befand, sagte Frau C. am nächsten Tag zu.
"Angst vor Schmerzen hatte ich schon!", sagt Frau C., aber nach einer Voruntersuchung und einer ausführlichen Aufklärung sei sie
beruhigt gewesen. Am Tag vor der Entnahme wurde Frau C. in die Klinik aufgenommen. Die Knochenmarkentnahme am nächsten
Tag dauerte eine Dreiviertelstunde. Am folgenden Tag konnte sie die Klinik wieder verlassen. "Ein starkes Druckgefühl" sei
zunächst an den Entnahmestellen gewesen, das über drei Tage bestanden habe. Nach zwei Wochen war sie vollständig beschwerdefrei.
"Von den Entnahmestellen ist heute fast nichts mehr zu sehen." "Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, dies für jemanden zu leisten.
Niemand ist davor gefeit, an Leukämie zu erkranken. Der Patientin fühle ich mich persönlich verbunden und hoffe, daß sie gesund
wird. Ich würde jederzeit wieder Knochenmarks spenden", sagt Frau C. heute.
Herr M., 28 jahre alt, ist seit Jahren Blutspender. Vor einigen Jahren erfuhr er durch die für ihn zuständigen Blutbank von der Möglichkeit,
Knochenmarkspender zu werden. nach entsprechenden Blutuntersuchungen und einer mündlichen Aufklärung erklärte er sich bereit, bei
Bedarf als Knochenmarkspender zur Verfügung zu stehen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit gering ist, zur Knochenmarkspende
herangezogen zu werden, wandet man sich bald an Herrn M., ob er als Spender für einen an Leukämie erkrankten Patienten
bereit sei. Herr M. stand als geeigneter Spender fest, nachdem zusätzliche Bluttests und eine medizinische Untersuchung
durchgeführt waren. In der anschließenden Planung für die Transplantation konnten seine Terminwünsche berücksichtigt werden.
Im Februar 1988 wurde Herr M. am Tag vor der Knochenmarkentnahme in die Klinik aufgenommen. "Im Krankenhaus bekam ich schon
ein wenig Angst vor den Schmerzen", bemerkt herr M. Die Knochenmarkentnahme wurde unter Vollnarkose ohne Komplikationen
durchgeführt. Der entstandene Blutverlust wurde durch eine Eigenblutspende ausgeglichen. "Die ersten zwei Tage hatte ich
stärkere Schmerzen. Sie wurden nach 2 Tagen deutlich weniger". Seine Freunde und Arbeitskollegen lobten Herrn M. wegen des
selbstlosen Einsatzes für einen anderen Menschen. Auf eigenen Wunsch wurde herr M. über den GEsundheitszustand des Patienten
informiert. "Es war sehr wichtig für mich, wie es ihm geht. Ich würde wieder Knochenmark spenden, es kann Leben retten",
sagt herr M. heute.