Manche Männer sind einfach ganz blöd. Die stehen in der Nähe vom Schulhof, Schwimmbad... und zeigen Kindern ihren Penis. Man kann die auch Pimmelzeiger nennen. So einen Pimmelzeiger darfst Du auslachen oder zusammen mit Deinen Freundinnen und Freunden vertreiben. Wenn Ihr das allein nicht schafft, bittet Erwachsene um Hilfe.
Manchmal packen Erwachsene Kinder einfach an den Po oder in die Hose, obwohl das für Jungen und Mädchen oft komisch oder blöd ist. Das ist richtig gemein, besonders wenn das Kind den Erwachsenen lieb hat. Darüber dürfen Mädchen und Jungen immer reden, auch wenn es ihnen am Anfang sogar ein bißchen gefallen hat oder der Erwachsene gesagt hat, der Junge oder das Mädchen dürfe das nicht weitererzählen.
Dein Körper gehört Dir! Du bestimmst, wer Dir nahekommen oder Dich anfassen darf und wer nicht!
Niemand hat das Recht, Dich gegen Deinen Willen zu berühren! Auch nicht Verwandte, Lehrer oder
Bekannte!
Ausnahme: Manchmal muß Dich jemand anfassen. Wenn Du Dich z.B. verletzt hast, dann muß Dich eine Ärztin
oder Arzt untersuchen. Doch wenn Du Dich dabei nicht ganz wohl fühlst, dann kannst Du jemanden mitnehmen,
der genau aufpaßt, daß die Ärztin oder der Arzt Dich nur soviel anfaßt, wie notwendig ist.
Wenn jemand Deine Gefühle verletzt, Dich z.B. beschimpft, Dir Angst macht oder Dir ein Geheimnis erzählt, das Dich traurig macht und Dir Sorgen macht, dann darfst Du das weitererzählen. Das ist kein Petzen!
Niemand hat das Recht, Dir mit Worten, Schlägen oder Gemeinheiten Angst zu machen. Erwachsene und Jugendliche, die Mädchen und Jungen Angst machen, sind gemein!
Wenn Dir jemand etwas schenkt, dann darfst Du das ruhig annehmen. Du darfst Geschenke aber
auch ablehnen, wenn Du sie nicht haben möchtest. Für Geschenke braucht man nichts zu tun, denn
für Geschenke braucht man nicht zu bezahlen.
Verwandte oder Freunde, die Dir gerne etwas schenken, freuen sich mit Dir, wenn Dir das Geschenk
gefällt. Hat Dir jemand nur etwas geschenkt, damit Du ihm einen Gefallen tun sollst, so ist das gemein.
Wenn Dich jemand komisch berührt, Dir unangenehme Sachen erzählt oder eklige Bilder zeigt, dann darfst Du NEIN sagen, unfreundlich sein, toben, herumschreien, spucken, weglaufen. Alles ist für Dich erlaubt, wenn Du glaubst, in Gefahr zu sein.
Du hast das Recht, Dich gegen beschämende Anrufe zu wehren. Wenn Dich jemand anruft und Dir eklige Dinge erzählt, dann darfst Du einfach den Hörer aufknallen. Ruft die Person nochmals an, dann kannst Du mit einer Trillerpfeife in den Hörer blasen oder einen Kochtopf über den Hörer legen und mit dem Kochlöffel oben draufschlagen. Der andere ruft bestimmt nicht wieder an, denn der Lärm tut im Ohr richtig weh!
Mädchen und Jungen dürfen auch Erwachsenen gegenüber NEINsagen. Spricht Dich ein Erwachsener auf der Straße an und fragt Dich nach dem Weg, so mußt Du nicht antworten, wenn Du keine Lust dazu hast. Der Erwachsene kann ja jemand anderen fragen oder sich einen Stadtplan besorgen.
Manchmal erzählen Erwachsene die Jungen und Mädchen weglocken wollen, es sei etwas Schlimmes passiert und die Kinder sollten mitkommen. Das stimmt dann aber nicht. Andere locken Kinder damit, daß sie ihnen etwas schenken oder zeigen wollen. Deshalb steige nie in ein Auto, bevor du Deine Mama oder Deinen Papa gefragt hast, ob Du mit diesem Menschen mitfahren sollst. Gehe auch nie mit Fremden mit!
Du brauchst niemandem Deinen Namen und Deine Adresse erzählen, auch nicht Menschen, die Du kennst.
Wenn Du in Gefahr bist, dann rufe laut "Feuer"! Viele Menschen überhören Hilferufe, reagieren aber auf das Wort "Feuer", denn sie sind neugierig oder haben Angst, ihr eigenes Haus würde brennen. Rufe das Wort "Feuer" aber nicht aus Spaß!
Manchmal ist es viel zu schwer, sich allein zu wehren! Auch wenn Du Dich nicht gewehrt hast: Du hast keine Schuld!
Überlege Dir, welche anderen Kinder und welche Erwachsene Dir helfen könnten. Nimm all Deinen Mut zusammen und bitte sie um Hilfe. Wenn Dir zunächst nicht geglaubt wird oder Du am Anfang noch nicht den Mut hast, mit anderen zu sprechen, gib nicht auf! Vielleicht schaffst Du es ja an einem anderen Tag. Merke Dir: Du hast keine Schuld!
Dieser Text ist wie gesagt nicht meiner Feder entsprungen, sondern eine Broschüre von Zartbitter, Köln